Der Zahnmedizin NC ist keine Note, die irgendwo vorher festgelegt wird. Er ist das Ergebnis eines Verfahrens: der Wert der Person, die als Letzte ein Zulassungsangebot bekommen hat, getrennt für jede Universität und für jede Quote. Genau deshalb ändert er sich jedes Semester. Dieser Ratgeber nimmt die amtlichen Auswahlgrenzen von hochschulstart auseinander, zeigt dir mit echten Zahlen, wo die Grenzen zuletzt lagen, und ordnet ein, was für das Wintersemester 2026/27 realistisch ist.
Was ist der Zahnmedizin NC, und was ist er nicht?
Der Zahnmedizin NC ist der Grenzwert der zuletzt zugelassenen Bewerberin oder des zuletzt zugelassenen Bewerbers an einer bestimmten Universität in einer bestimmten Quote. NC steht für "Numerus Clausus", also die begrenzte Zahl an Plätzen. Er ist immer ein Rückblick auf ein abgeschlossenes Verfahren, nie eine Zusage für das nächste.
Das ist mehr als Wortklauberei. Wer liest "NC 1,0" und daraus schließt, dass 1,1 chancenlos ist, hat das Verfahren nicht verstanden. Die 1,0 galt in einer einzigen Quote an einer einzigen Uni in einem einzigen Semester. Über die anderen beiden Hauptquoten laufen 70 Prozent der Plätze, und dort zählt die Abiturnote entweder gar nicht oder nur als ein Kriterium unter mehreren.

Wie viele Zahnmedizin-Studienplätze gibt es in Deutschland?
Zum Wintersemester 2025/26 vergab hochschulstart nach eigenen Angaben 1.498 Zahnmedizin-Plätze an 29 Universitäten. Zum Vergleich: In der Humanmedizin waren es im selben Semester 10.281 Plätze an 41 Studienangeboten. Zahnmedizin ist also ein deutlich kleineres Fach, und genau das treibt den Zahnmedizin NC nach oben.
Wichtig für deine Ortswahl: Die Kapazitäten schwanken stark. Bonn und Heidelberg boten je 81 Plätze an, die MHH Hannover 80, am Saarland-Standort Saarbrücken waren es 30, in Tübingen 31 und in Gießen 33. Eine kleine Kapazität heißt fast immer: ein schärferer Grenzwert, weil die Rangliste früher endet.
| Universität | Kapazität WiSe 2025/26 |
|---|---|
| Bonn U | 81 |
| Heidelberg U | 81 |
| Hannover MedH | 80 |
| München U (LMU) | 68 |
| Kiel U | 66 |
| Gießen U | 33 |
| Tübingen U | 31 |
| Saarbrücken U | 30 |
Zum Sommersemester 2026 sah das Bild noch enger aus: nur 630 Plätze an 14 Standorten. Wer flexibel ist, sollte das einplanen, ein Sommersemesterstart ist in Zahnmedizin die Ausnahme, nicht die Regel.
Wie werden die Studienplätze in der Zahnmedizin vergeben?
Zahnmedizin wird bundesweit zentral über hochschulstart vergeben, und der Zahnmedizin NC entsteht in jeder Quote getrennt. Zuerst gehen bis zu 20 Prozent der Plätze in Vorabquoten, etwa an Härtefälle, Zweitstudienbewerbende und internationale Bewerbende. Der Rest wird auf drei Hauptquoten verteilt: 30 Prozent Abiturbestenquote, 10 Prozent Zusätzliche Eignungsquote, 60 Prozent Auswahlverfahren der Hochschulen.
Kurz übersetzt: Die Abiturbestenquote (ABQ) schaut nur auf deine Abiturpunktzahl. Die Zusätzliche Eignungsquote (ZEQ) blendet die Schulnote komplett aus und bewertet ausschließlich notenunabhängige Kriterien, Studieneignungstests, Auswahlgespräche, Berufsausbildung, Dienste. Das Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH) mischt beides. Wie die drei Quoten im Rechner zusammenspielen, erklärt der Ratgeber zu ABQ, AdH und ZEQ.
Für Zahnmedizin schreibt hochschulstart vor, dass die Hochschulen im AdH einen fachspezifischen Studieneignungstest berücksichtigen müssen. Du selbst musst keinen ablegen, ohne Test lässt du in dieser Quote aber Punkte liegen. In Frage kommen vor allem der TMS, in Hamburg der HAM-Nat und an einigen Standorten der manuelle Eignungstest HAM-Man. Ein Detail, das viele übersehen: In der Humanmedizin sind zwei notenunabhängige Kriterien Pflicht, in Zahnmedizin nur eines.
Wie hoch lag der Zahnmedizin NC in der Abiturbestenquote?
Über alle 29 Universitäten und alle 16 Bundesländer hinweg lagen die ABQ-Grenzen zum Wintersemester 2025/26 zwischen 1,0 und 1,4. Schlechter als 1,4 war kein einziger Wert. Der höchste Grenzwert auf der 900er-Punkteskala war 846 (Charité Berlin, HZB aus Hessen), der niedrigste 767 (Uni Jena, HZB aus Bayern).
Diese Enge ist der eigentliche Kern beim Zahnmedizin NC: Die Abiturbestenquote ist ein Nadelöhr für Einserkandidatinnen und -kandidaten. Wenn dein Schnitt bei 1,5 oder darunter liegt, ist die ABQ für dich faktisch geschlossen, und trotzdem sind 70 Prozent der Plätze noch im Spiel. Wie dein Wert überhaupt entsteht, erklärt der Ratgeber zur Numerus-Clausus-Berechnung.
Warum ist dein Bundesland beim Zahnmedizin NC so wichtig?
Weil die Bundesliste aus 16 Landeslisten zusammengesetzt wird. Bewerber- und Bevölkerungsanteil der Länder fließen ein, und maßgeblich ist nicht die gerundete Note, sondern die HZB-Punktzahl auf der 900er-Skala. Dieselbe Note kann deshalb je nach Abiturland zu einem anderen Ergebnis führen.
An der Charité Berlin sah das im Wintersemester 2025/26 so aus:
| Bundesland der Hochschulzugangsberechtigung | HZB-Note | HZB-Punktzahl |
|---|---|---|
| Hessen | 1,0 | 846 |
| Saarland | 1,0 | 845 |
| Nordrhein-Westfalen | 1,0 | 837 |
| Baden-Württemberg | 1,0 | 833 |
| Hamburg | 1,1 | 821 |
| Bayern | 1,1 | 814 |
32 Punkte Unterschied zwischen Hessen und Bayern, an ein und derselben Universität. Deshalb ist der Blick auf die reine Note beim Zahnmedizin NC irreführend: Entscheidend ist deine Position auf der Bundesliste, und die hängt eben auch davon ab, wo du dein Abitur gemacht hast.
Warum sind ZEQ- und AdH-Punkte zwischen Unis nicht vergleichbar?
Weil jede Hochschule ihren eigenen Kriterienkatalog aufstellt und die Punkte anders gewichtet. Beide Quoten arbeiten zwar mit einem Modell von maximal 100 Punkten, aber 60 Punkte in Jena und 60 Punkte in Freiburg entstehen aus völlig unterschiedlichen Rechenwegen. Ein Vergleich der Zahlen über Standorte hinweg führt in die Irre.
Die Spannweite zeigt das deutlich. In der Zusätzlichen Eignungsquote reichten die Zahnmedizin-Grenzen zum Wintersemester 2025/26 von 52,5 Punkten in Jena bis 81,9 Punkten in Freiburg. In der AdH-Hauptunterquote lagen sie zwischen 47,2 Punkten an der LMU München und 63,9 Punkten an der Charité.
Zusätzlich bilden manche Unis Unterquoten. Greifswald verteilte die AdH-Plätze zum Beispiel auf drei Unterquoten mit 30, 20 und 50 Prozent, Jena auf 60, 30 und 10 Prozent, Saarbrücken auf 50, 30 und 20 Prozent. Jede Unterquote hat ihren eigenen Grenzwert, und der niedrigste davon ist oft überraschend niedrig.
Ist der NC in Zahnmedizin niedriger als in Humanmedizin?
In der Abiturbestenquote: kaum. In den beiden anderen Quoten: tendenziell ja. Die Zahlen zum Wintersemester 2025/26 zeigen, dass die Spitzenwerte in der Humanmedizin deutlich höher lagen, in der ZEQ bis 86,0 Punkte, im AdH bis 76,7 Punkte. In Zahnmedizin endete die Skala bei 81,9 beziehungsweise 63,9 Punkten.
| Quote | Zahnmedizin WiSe 2025/26 | Humanmedizin WiSe 2025/26 |
|---|---|---|
| Abiturbestenquote (Notenspanne) | 1,0 bis 1,4 | 1,0 bis 1,4 |
| ZEQ (Punktzahl, niedrigster bis höchster Grenzwert) | 52,5 (Jena) bis 81,9 (Freiburg) | 57,0 (Marburg) bis 86,0 (Duisburg-Essen) |
| AdH-Unterquote 1 (Punktzahl) | 47,2 (München) bis 63,9 (Berlin) | 49,5 (München) bis 76,7 (Dresden) |
| Kapazität gesamt | 1.498 Plätze | 10.281 Plätze |
Der ehrliche Schluss lautet also: Der Zahnmedizin NC ist kein Trostpreis für Leute, denen es für Humanmedizin nicht reicht. Er ist nur anders verteilt. Wer über Tests und praktische Vorerfahrung punktet, hat in Zahnmedizin in ZEQ und AdH oft etwas mehr Luft. Was in dem Fach sonst noch zählt, steht im Überblick zur Zahnmedizin-Zulassung. Ein ähnliches Muster gilt übrigens in der Tiermedizin.
Was passiert jetzt im Nachrücken bis zum 30.09.2026?
Die Koordinierungsphase für das Wintersemester 2026/27 endet am 24.08.2026. Vom 22. bis 24.08. ist das Portal gesperrt. Am 25.08. beginnt das Koordinierte Nachrücken, die Anmeldung dafür läuft nur vom 25. bis 27.08.2026. Ablehnungs- und Ausschlussbescheide stellt hochschulstart am 26.08.2026 bereit.
Der wichtigste Punkt, den viele falsch verstehen: Für die bundesweit zulassungsbeschränkten Fächer, also auch Zahnmedizin, ist in dieser Phase keine Neubewerbung möglich. Teilnehmen darf laut hochschulstart nur, wer in der Koordinierungsphase auf alle abgegebenen, aktiven Bewerbungen eine Ablehnung erhalten hat. Die Details stehen im Ratgeber zum Koordinierten Nachrücken.
| Datum 2026 | Was passiert |
|---|---|
| 22.08. | Beginn der Portalsperre (ab 00:00 Uhr) |
| 24.08. | Ende der Portalsperre und der Koordinierungsphase |
| 25.08. | Restliche Zulassungs- und Rückstellungsbescheide, Start Koordiniertes Nachrücken |
| 25. bis 27.08. | Anmeldephase Koordiniertes Nachrücken |
| 26.08. | Bereitstellung der Ablehnungs- und Ausschlussbescheide |
| 31.08. bis 01.10. | Zulassungsbescheide aus dem Nachrücken (montags und donnerstags) |
| 30.09. | Ende des Koordinierten Nachrückens |
Erst danach kommen die hochschuleigenen Los- und Restplatzverfahren, die laufen nicht über hochschulstart, sondern direkt über die einzelnen Universitäten, mit eigenen Fristen. Wie das abläuft, erklärt der Beitrag zum Losverfahren und den Restplätzen. Und falls gerade ein Bescheid bei dir liegt: Der Ratgeber zum Bescheide- und Ranglistenlesen sortiert die Begriffe.
So ordnest du deinen Zahnmedizin NC in sechs Schritten ein
Ein Grenzwert allein sagt dir wenig. Diese Reihenfolge bringt Struktur in die Einschätzung:
- Punktwert statt Note bestimmen: Rechne deinen Abiturschnitt in die 900er-Punktzahl um, im Verfahren zählt der Punktwert, nicht die gerundete Note.
- Bundesland berücksichtigen: Schau dir die ABQ-Grenze für dein Abiturland an, nicht den bundesweiten Bestwert.
- Wunschunis nach Kapazität sortieren: Kleine Standorte mit 30 Plätzen reagieren empfindlicher auf Schwankungen als Standorte mit 80.
- ZEQ und AdH getrennt prüfen: Vergleiche nie Punktzahlen zwischen Hochschulen, sondern lies die Kriterienkataloge der jeweiligen Uni.
- Testergebnisse einrechnen: Prüfe, wie stark die Wunschuni TMS, HAM-Nat oder HAM-Man gewichtet, das verschiebt deine Position im AdH oft stärker als ein Zehntel Abinote.
- Ortspräferenzen realistisch setzen: Mische Standorte mit hohen und mit moderaten Grenzwerten, statt nur die begehrtesten anzugeben.
Wenn du diese sechs Punkte durchgehst, wirst du merken: Der Zahnmedizin NC ist weniger eine Mauer als ein Bündel aus mehreren Türen, die unterschiedlich weit offen stehen.
Quellen
- Stiftung für Hochschulzulassung (hochschulstart.de): "Auswahlgrenzen Zahnmedizin, Wintersemester 2025/26, Stand Ende Koordinierungsphase" (Kapazitäten 1.498 Plätze an 29 Universitäten, ABQ-Werte nach Bundesland, ZEQ 52,5 bis 81,9, AdH-1 47,2 bis 63,9, Unterquoten Greifswald/Jena/Saarbrücken; abgerufen 19. August 2026): hochschulstart.de: Auswahlgrenzen Zahnmedizin WiSe 2025/26 (PDF)
- Stiftung für Hochschulzulassung: "Auswahlgrenzen Zahnmedizin, Sommersemester 2026, Stand Ende Koordinierungsphase" (630 Plätze an 14 Standorten; abgerufen 19. August 2026): hochschulstart.de: Auswahlgrenzen Zahnmedizin SoSe 2026 (PDF)
- Stiftung für Hochschulzulassung: "Auswahlgrenzen Medizin, Wintersemester 2025/26, Stand Ende Koordinierungsphase" (Vergleichswerte Humanmedizin: 10.281 Plätze an 41 Studienangeboten, ZEQ 57,0 bis 86,0, AdH-1 49,5 bis 76,7; abgerufen 19. August 2026): hochschulstart.de: Auswahlgrenzen Medizin WiSe 2025/26 (PDF)
- Stiftung für Hochschulzulassung: "Verfahrensdetails" (Quotenmodell: bis zu 20 Prozent Vorabquoten, 30 Prozent ABQ, 10 Prozent ZEQ, 60 Prozent AdH; verbindlicher Studieneignungstest im AdH für Humanmedizin, Zahnmedizin und Tiermedizin; keine Neubewerbung im Koordinierten Nachrücken; abgerufen 19. August 2026): hochschulstart.de/informieren-planen/verfahrensdetails
- Stiftung für Hochschulzulassung: "Termine und Fristen, Wintersemester 2026/27" (Portalsperre 22. bis 24.08.2026, Ende Koordinierungsphase 24.08.2026, Anmeldephase Koordiniertes Nachrücken 25. bis 27.08.2026, Bescheide 26.08. und ab 31.08.2026, Ende 30.09.2026; abgerufen 19. August 2026): hochschulstart.de/bewerben-beobachten/termine
- Stiftung für Hochschulzulassung: "Koordiniertes Nachrücken" (Ablauf und Anmeldepflicht; abgerufen 19. August 2026): hochschulstart.de: Koordiniertes Nachrücken
- Stiftung für Hochschulzulassung: "Downloads" (Übersicht aller Auswahlgrenzen-Dokumente; abgerufen 19. August 2026): hochschulstart.de/unterstuetzung/downloads
FAQ
Häufige Fragen
Das steht erst nach dem Verfahren fest. Die Auswahlgrenzen für das Wintersemester 2026/27 veröffentlicht hochschulstart nach dem Ende der Koordinierungsphase am 24.08.2026. Als Orientierung dienen die Werte aus dem Wintersemester 2025/26: In der Abiturbestenquote lagen sie zwischen 1,0 und 1,4.
Für die Abiturbestenquote in aller Regel nicht, dort endete die Spanne zuletzt bei 1,4. Über die Zusätzliche Eignungsquote und das Auswahlverfahren der Hochschulen laufen aber 70 Prozent der Plätze, und dort zählen Testergebnisse, Berufsausbildung und Dienste teilweise stärker als die Note.
In der Abiturbestenquote praktisch nicht: Beide Fächer lagen im Wintersemester 2025/26 in der Spanne 1,0 bis 1,4. In ZEQ und AdH endeten die Zahnmedizin-Werte allerdings niedriger, nämlich bei 81,9 statt 86,0 Punkten und bei 63,9 statt 76,7 Punkten.
Nein. Für bundesweit zulassungsbeschränkte Fächer wie Zahnmedizin ist eine Neubewerbung im Koordinierten Nachrücken nicht möglich. Teilnehmen können laut hochschulstart nur Bewerberinnen und Bewerber, die in der Koordinierungsphase auf alle aktiven Bewerbungen eine Ablehnung erhalten haben.
Weil jede Hochschule ihren eigenen Kriterienkatalog festlegt und die maximal 100 Punkte anders verteilt. Ein Wert von 50 Punkten in München entsteht aus anderen Kriterien als 50 Punkte in Berlin. Die Zahlen taugen deshalb als Verlaufsbeobachtung pro Uni, nicht als Ranking zwischen Unis.
Die Dokumente erscheinen jeweils nach Abschluss der Koordinierungsphase im Download-Bereich von hochschulstart.de, getrennt nach Humanmedizin, Zahnmedizin, Tiermedizin und Pharmazie. Für das Wintersemester 2026/27 ist damit frühestens nach dem 24.08.2026 zu rechnen.
Fachlich geprüft von MUDr. Andreas Zehetner, der die Angaben zu Quoten, Auswahlgrenzen und Verfahrensterminen im Zentralen Vergabeverfahren regelmäßig gegen die amtlichen Dokumente von hochschulstart abgleicht.




