Ganz am Ende jeder Vergaberunde bleiben gelegentlich Plätze übrig, weil Zugelassene nicht erscheinen oder kurzfristig abspringen. Diese Restplätze vergeben Hochschulen teils über Losverfahren, an denen sich fast jeder beteiligen kann.
Die Chancen sind klein, der Aufwand auch. Deshalb gehört das Los in jede vollständige Strategie, aber nur als deren letzte Zeile, ganz am Ende nach TMS, Auswahlkriterien und regulärer Vergaberunde. Dieser Artikel erklärt, wie das Losverfahren im Detail funktioniert und wann es sich überhaupt lohnt, daran teilzunehmen.
Key Takeaways
- Restplätze entstehen, wenn Zugelassene nicht erscheinen oder kurzfristig abspringen, manche Hochschulen verlosen sie dann über eigene, unabhängig von hochschulstart laufende Verfahren.
- Losverfahren laufen direkt bei den einzelnen Hochschulen mit kurzen Anmeldefenstern rund um den Semesterbeginn; Noten und Kriterien spielen keine Rolle.
- Ob eine Uni überhaupt lost, entscheidet sich erst kurzfristig, manche Runden finden ganz ohne Verlosung statt.
- Die Teilnahme kostet meist nur Minuten, deshalb lohnt sich die gleichzeitige Anmeldung an möglichst vielen Standorten.
- Das Losverfahren ersetzt keine Strategie: Es ist eine zusätzliche Gratis-Chance neben TMS, Kriterien und der nächsten regulären Vergaberunde.
- Für wen: Für Bewerber am Ende des Hauptverfahrens, die zusätzlich zu ihrer regulären Strategie eine kostenlose Zusatzchance auf einen Restplatz nutzen wollen.
Wie funktionieren Losverfahren?
Ein Losverfahren ist die zufällige Vergabe übrig gebliebener Studienplätze durch die einzelnen Hochschulen, unabhängig von hochschulstart und meist mit eigener Online-Anmeldung in kurzen Zeitfenstern rund um den Semesterbeginn. Noten und Kriterien spielen dabei keine Rolle, gezogen wird tatsächlich per Zufall, unabhängig vom Abitur oder bisherigen Bewerbungen.
Ob eine Uni überhaupt lost, entscheidet sich kurzfristig danach, ob Plätze übrig bleiben. Es gibt Runden ganz ohne Verlosung, und solche mit wenigen Plätzen bei tausenden Anmeldungen.
Teilnahme mit System
Wer am Losverfahren teilnimmt, sollte es richtig angehen:
- Fristen der Wunsch-Unis im Kalender vormerken, die Fenster sind kurz
- An möglichst vielen Standorten gleichzeitig teilnehmen
- Erreichbarkeit sichern: Zusagen verfallen oft nach wenigen Tagen
- Semesterstart-Logistik vorbereiten, ein Losgewinn verlangt sofortige Umzugsbereitschaft
Kostenlos, aber kein Plan. Die Teilnahme kostet meist nur Minuten, nimm sie mit. Aber baue keine Lebensplanung auf eine Lotterie mit unbekannter Gewinnquote.
Einordnung in deine Gesamtstrategie
Restplatz-Lose ersetzen weder Profilarbeit noch kluge Ortswahl, sie sind nur ein zusätzliches Sicherheitsnetz. Richte deine Energie auf TMS, Kriterien und die nächste reguläre Runde, etwa mit dem Leitfaden zum koordinierten Nachrücken; das Losverfahren läuft nebenbei mit, ohne zusätzlichen Aufwand oder Kosten.
Wirst du gezogen: umso besser, dann hast du einen Studienplatz gewonnen, ohne dafür etwas anderes aufgeben zu müssen. Wenn nicht, verlierst du nichts außer ein paar Minuten Anmeldung. Genau so, als Gratis-Zusatzchance, nicht als Hoffnungsträger, solltest du das Losverfahren betrachten und in deine Bewerbungsstrategie einordnen.
Über den Autor: MUDr. Andreas Zehetner ist Arzt und Mitgründer des futuredoctor-Netzwerks, zu dem auch ncrechner.de gehört.
Quellen
- hochschulstart.de: Informationen zum koordinierten Nachrücken im Vergabeverfahren, Stiftung für Hochschulzulassung. https://www.hochschulstart.de/ergebnisse-entscheidungen/koordiniertes-nachruecken
FAQ
Häufige Fragen
In der Regel alle mit Hochschulzugangsberechtigung, oft unabhängig davon, ob du dich zuvor regulär beworben hattest. Maßgeblich sind die Teilnahmebedingungen der jeweiligen Hochschule.
Typischerweise kurz vor oder nach Semesterbeginn, wenn feststeht, dass Plätze unbesetzt bleiben. Die Anmeldefenster öffnen teils nur für wenige Tage, Fristen selbst überwachen.
Ehrlich: gering und nicht kalkulierbar, wenige Restplätze treffen auf viele Anmeldungen. Das Los ist eine Gratis-Zusatzchance, keine Strategie.
In der Regel nicht, die Teilnahme ist meist kostenlos und schnell erledigt. Genau deshalb lohnt es sich, an mehreren Standorten gleichzeitig mitzumachen.




