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Historische Balkenwaage als Sinnbild für Rangfolge und Auswahlgrenze
Zulassungsrechner

Numerus Clausus berechnen: Wie der NC in Medizin wirklich entsteht

16. Juli 2026Aktualisiert: 16. Juli 20267 Min. Lesezeit

Auf den Punkt

Der NC ist keine feste Hürde, sondern ein Ergebnis: der letzte aufgenommene Rang jeder Uni und Quote. Warum sich der Wert jedes Semester verschiebt – und was das für deine Planung bedeutet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der NC ist kein vorab festgelegter Wert, sondern der Rang der zuletzt zugelassenen Person – er entsteht erst nach der Vergabe.
  • Jede Hochschule und jede der drei Quoten (ABQ, AdH, ZEQ) hat einen eigenen Grenzwert, keinen bundesweit einheitlichen NC.
  • Nachrückverfahren senken den Grenzwert nach dem ersten Verfahrenstag oft noch deutlich weiter ab.
  • Für die eigene Planung zählt die relative Position in der Rangliste mehr als ein einzelner NC-Wert.

Für wen? Für alle, die ihre Abiturnote oder Punktzahl realistisch gegen historische NC-Werte einordnen wollen, statt nur auf einen einzelnen Zielwert zu starren.

Kaum ein Begriff wird so oft missverstanden wie der Numerus Clausus. Viele lesen ihn als feste Eintrittskarte: „NC 1,0, also brauche ich 1,0.“ Tatsächlich ist der NC das Nebenprodukt eines Auswahlverfahrens – die Note der zuletzt zugelassenen Person.

Wer versteht, wie dieser Wert zustande kommt, plant klüger und liest jeden Rechner richtig.

Der NC ist ein Ergebnis, kein Eintrittspreis

Hochschulen legen keinen NC im Voraus fest. Sie sortieren alle Bewerbungen einer Quote nach Rang und vergeben die Plätze von oben nach unten. Der Wert der letzten aufgenommenen Person ist im Nachhinein „der NC“ dieser Runde.

Das erklärt, warum der NC erst nach dem Verfahren feststeht und im nächsten Semester schon wieder anders sein kann. Er beschreibt die Vergangenheit, nicht die Zukunft.

So entsteht der Grenzwert – Schritt für Schritt

Vereinfacht läuft es in jeder Quote so ab:

  1. 1Alle Bewerbungen der Quote werden nach einem Rangkriterium geordnet (Note, Punktzahl oder Formelwert).
  2. 2Die verfügbaren Plätze werden von Rang 1 abwärts vergeben.
  3. 3Der Rang der letzten zugelassenen Person wird zum Grenzwert der Runde.
  4. 4Nachrückverfahren verschieben diesen Grenzwert oft noch nach unten.

40 Unis, 40 Grenzwerte – pro Quote verschieden

Weil jede Hochschule eigene Kriterien gewichtet, hat sie eigene Grenzwerte – und weil es mehrere Quoten gibt, sogar mehrere pro Standort. Ein einzelner „Medizin-NC“ existiert nicht.

QuoteRangkriteriumWas den Grenzwert bewegt
AbiturbestenquoteLandesbezogene AbiturnoteBewerberstärke des Bundeslands
Auswahlverfahren (AdH)Formel aus Note, TMS & KriterienGewichtung der Hochschule
Zusätzliche EignungsquoteKriterien ohne Note (z. B. TMS)Angebot an Ausbildungen/Diensten

Was das für deine Planung heißt

Statt einen Wunsch-NC anzustarren, lohnt der Blick auf die Bandbreite der letzten Verfahren – und auf deine relative Position darin. Ein Rechner übersetzt genau das: Er ordnet deinen Wert in die historischen Ranglisten ein und zeigt, wo du sicher, wo knapp und wo chancenlos stehst.

Ein Beispiel macht das greifbar: Lag der Grenzwert einer Uni in der ABQ zuletzt bei 1,1, heißt eine eigene Note von 1,3 nicht automatisch „chancenlos“. Schwankt der Grenzwert historisch zwischen 1,0 und 1,3, liegst du im realistischen Korridor – vor allem, wenn zusätzlich noch Nachrückrunden folgen.

So wird aus einer diffusen Angst vor „dem NC“ eine konkrete Standortliste.

FAQ

Häufige Fragen

Nein. Jede Hochschule und jede Quote hat eigene Grenzwerte, die zudem jedes Semester schwanken. Pauschalwerte wie „der NC liegt bei 1,0“ sind bestenfalls grobe Orientierung.

Weil er vom Verhältnis aus Bewerberzahl, Platzangebot und Rangverteilung abhängt. Mehr starke Bewerbungen oder weniger Plätze verschieben den letzten aufgenommenen Rang – und damit den Grenzwert.

Dann bist du Kandidat fürs Nachrücken, das den Grenzwert regelmäßig weiter senkt. Knapp verfehlt ist nicht dasselbe wie chancenlos – gerade über mehrere Standorte hinweg.

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