Du willst deinen Abischnitt berechnen und wissen, welche Note sich aus deinen Punkten ergibt? Dann bist du hier richtig. Die Umrechnung folgt einer bundesweit abgestimmten Formel der Kultusministerkonferenz, und sie ist einfacher, als viele denken. Dieser Leitfaden zeigt dir Schritt für Schritt, wie aus Block I und Block II deine Gesamtpunktzahl wird, wie du daraus die Durchschnittsnote ermittelst und was dein Schnitt für zulassungsbeschränkte Fächer wie Medizin bedeutet, gerade jetzt, wo im Vergabeverfahren zum Wintersemester 2026/27 die Zulassungsangebote verschickt werden.
Key Takeaways
- Deine Abiturgesamtpunktzahl setzt sich aus Block I (Qualifikationsphase, max. 600 Punkte) und Block II (Abiturprüfungen, max. 300 Punkte) zusammen, zusammen also maximal 900 Punkte.
- Die Durchschnittsnote ergibt sich aus der KMK-Formel: Note = 17/3 - Punkte/180. Sie wird auf eine Dezimalstelle bestimmt und nicht gerundet.
- Für die Traumnote 1,0 brauchst du mindestens 823 von 900 Punkten, nicht die vollen 900. Jede Zehntelnote entspricht einem Schritt von 18 Punkten.
- Zum Bestehen brauchst du mindestens 300 Punkte (Note 4,0): mindestens 200 Punkte in Block I und 100 Punkte in Block II.
- In Bundesländern mit vier statt fünf Abiturprüfungskomponenten liegt das Maximum bei 840 Punkten; dort gilt eine angepasste Formel.
- Für Medizin zählt der Schnitt doppelt: In der Abiturbestenquote entscheidet er fast allein, im Auswahlverfahren der Hochschulen wird er mit Tests wie dem TMS kombiniert.
Von MUDr. Andreas Zehetner, Redaktion ncrechner.de. Dieser Beitrag erklärt die allgemeine Umrechnung; verbindlich sind die Abiturverordnung deines Bundeslandes und dein Zeugnis.
Wie setzt sich deine Abiturgesamtpunktzahl zusammen?
Bevor du deinen Abischnitt berechnen kannst, brauchst du deine Gesamtpunktzahl, und die entsteht aus zwei Blöcken. Block I umfasst deine Leistungen aus der Qualifikationsphase: Nach der Vereinbarung der Kultusministerkonferenz (KMK) gehen 40 Halbjahresleistungen mit jeweils bis zu 15 Punkten ein, sodass maximal 600 Punkte möglich sind. Mindestens 200 Punkte musst du hier erreichen. Welche Kurse eingebracht werden müssen und welche du streichen darfst, regelt jedes Bundesland im Detail etwas anders.
Block II bündelt deine Abiturprüfungen. Bei fünf Prüfungskomponenten zählt jede Prüfung vierfach, fünfmal 15 Punkte mal vier ergibt maximal 300 Punkte. Die Mindestgrenze liegt bei 100 Punkten. Zusammen ergeben beide Blöcke deine Gesamtpunktzahl zwischen 300 und 900 Punkten, aus der anschließend die Durchschnittsnote ermittelt wird.
Wie lautet die Formel, um den Abischnitt zu berechnen?
Die Umrechnung deiner Gesamtpunktzahl in die Durchschnittsnote folgt einer festen Formel aus der KMK-Vereinbarung:
Note = 17/3 - Gesamtpunktzahl/180
Ein Beispiel: Du hast 690 Punkte erreicht. Dann rechnest du 17/3 - 690/180 = 5,667 - 3,833 = 1,83. Die Durchschnittsnote wird auf eine Dezimalstelle bestimmt und dabei nicht gerundet, sondern abgeschnitten, aus 1,83 wird also die Note 1,8. Rechnerische Werte unter 1,0 werden als 1,0 ausgewiesen. Genau deshalb beginnt die Bestnote nicht erst bei 900 Punkten: Alles ab 823 Punkten ergibt eine 1,0.
Zwei Merkregeln machen das Abischnitt Berechnen noch einfacher: Erstens entspricht jede Zehntelnote genau 18 Punkten. Zweitens liegen die runden Noten an festen Marken, 823 Punkte für die 1,0, 660 für die 2,0, 480 für die 3,0 und 300 Punkte für die 4,0, die zugleich die Bestehensgrenze ist.
Abi-Punkte-Tabelle: Welche Punktzahl ergibt welche Note?
Wer nicht selbst rechnen will, liest den Schnitt direkt aus der Umrechnungstabelle ab. Hier die wichtigsten Stufen des 900-Punkte-Systems:
| Gesamtpunktzahl | Durchschnittsnote |
|---|---|
| 900 bis 823 | 1,0 |
| 822 bis 805 | 1,1 |
| 804 bis 787 | 1,2 |
| 786 bis 769 | 1,3 |
| 768 bis 751 | 1,4 |
| 750 bis 733 | 1,5 |
| 660 bis 643 | 2,0 |
| 570 bis 553 | 2,5 |
| 480 bis 463 | 3,0 |
| 390 bis 373 | 3,5 |
| 318 bis 301 | 3,9 |
| 300 | 4,0 |
Warum gibt es Abitur-Tabellen mit 840 und mit 900 Punkten?
Vielleicht ist dir beim Vergleichen schon aufgefallen, dass manche Tabellen mit 840 statt 900 Punkten rechnen. Der Grund liegt in Block II: Je nach Bundesland gehen vier oder fünf Prüfungskomponenten in die Abiturprüfung ein. Bei fünf Komponenten sind maximal 300 Punkte möglich und das Gesamtsystem endet bei 900 Punkten. Bei vier Komponenten sind es maximal 240 Punkte in Block II und damit 840 Punkte insgesamt.
Für das 840er-System wird die Formel entsprechend angepasst (Note = 17/3 - Punkte/168), sodass am Ende dieselben Noten herauskommen, die 1,0 beginnt dort bei 768 Punkten, die Bestehensgrenze liegt bei 280 Punkten. Für deinen Abischnitt ist also entscheidend, mit welchem System dein Bundesland und dein Jahrgang rechnen. Im Zweifel steht die maßgebliche Tabelle in der Abiturverordnung deines Landes.
Wie berechnest du deinen Abischnitt in fünf Schritten?
So gehst du beim Abischnitt Berechnen sicher und ohne Rechenfehler vor:
- Block I ermitteln: Addiere die Punkte deiner einzubringenden Halbjahresleistungen aus der Qualifikationsphase. Nach KMK-Vereinbarung gehen 40 Leistungen ein, maximal 600 Punkte.
- Block II ermitteln: Addiere deine Abiturprüfungsergebnisse in der vierfachen Wertung, bei fünf Prüfungskomponenten maximal 300 Punkte.
- Gesamtpunktzahl bilden: Zähle Block I und Block II zusammen. Das Ergebnis liegt zwischen 300 und 900 Punkten (bzw. 280 und 840 im Vier-Prüfungen-System).
- Formel anwenden: Rechne Note = 17/3 - Gesamtpunktzahl/180 (im 840er-System: durch 168 teilen) und schneide das Ergebnis nach der ersten Dezimalstelle ab, nicht runden.
- Ergebnis einordnen: Gleiche deinen Schnitt mit der Tabelle ab und prüfe mit dem NC-Rechner, was er für dein Wunschfach bedeutet.
Ein Hinweis für Perfektionist:innen: Da Werte unter 1,0 als 1,0 ausgewiesen werden, sind die letzten 77 Punkte zwischen 823 und 900 für die Durchschnittsnote irrelevant. Für Auswahlverfahren, die direkt mit Punkten arbeiten, können sie aber sehr wohl zählen, dazu gleich mehr.
Was bedeutet dein Abischnitt für den NC in Medizin?
Für zulassungsfreie Studiengänge ist der Schnitt fast Nebensache, für Medizin, Zahnmedizin, Tiermedizin und Pharmazie ist er dagegen die wichtigste Einzelgröße im Vergabeverfahren. In der Abiturbestenquote (30 % der Plätze) zählt er praktisch allein: Die Auswahlgrenzen lagen in Humanmedizin zuletzt je nach Bundesland bei etwa 1,0 bis 1,2, als rückblickende Orientierungswerte, nicht als feste Hürde. Wie diese Grenzen überhaupt entstehen, erklären wir im Beitrag zur Numerus-Clausus-Berechnung.
Wichtig zu wissen: Hochschulstart vergleicht dabei nicht einfach deine Zeugnisnote über Ländergrenzen hinweg, sondern arbeitet innerhalb von Landeslisten, mehr dazu im Artikel zur Abiturbestenquote. Und im Auswahlverfahren der Hochschulen (60 % der Plätze) wird deine Note mit weiteren Kriterien wie dem TMS zu einem Auswahlwert kombiniert; die notenunabhängige Zusätzliche Eignungsquote vergibt die restlichen 10 %. Gerade jetzt, in der Angebotsphase des Wintersemesters 2026/27 (31. Juli bis 20. August 2026), vergleichen Tausende Bewerber:innen ihren Schnitt mit den aktuellen Grenzen, und die Abi-2027-Jahrgänge planen, welcher Schnitt noch erreichbar ist.
Was tun, wenn dein Abischnitt für Medizin nicht reicht?
Zuerst die gute Nachricht: Ein Schnitt jenseits der 1,2 ist kein Ausschlusskriterium. Über den TMS kannst du im Auswahlverfahren der Hochschulen erheblich Boden gutmachen, wie viel genau, zeigt der Beitrag TMS-Ergebnis und Chancen berechnen; für die Vorbereitung ist TMSBuddies eine gute Anlaufstelle. Auch Ausbildung und Dienste verbessern deine Position in der ZEQ. Welche Wege selbst mit schwächerem Abitur funktionieren, haben wir separat zusammengestellt.
Und wenn der deutsche NC partout nicht passt, bleibt der Blick über die Grenze: Ein Medizinstudium ohne NC ist im EU-Ausland möglich, im Netzwerk findest du dazu Infos zum Medizinstudium ohne NC und einen Chancenrechner fürs Ausland.
Quellen
- Kultusministerkonferenz (KMK): "Vereinbarung zur Gestaltung der gymnasialen Oberstufe und der Abiturprüfung" (Block I max. 600 Punkte aus 40 Halbjahresleistungen, Block II max. 300 Punkte, Umrechnungstabelle; abgerufen 7. August 2026): kmk.org (PDF)
- Abitur-Trainer: "Abitur Notendurchschnitt berechnen 2026: Formel, Beispiele" (KMK-Formel 17/3 - P/180, 823-Punkte-Schwelle, 18-Punkte-Schritte; abgerufen 7. August 2026): abitur-trainer.de
- Profiling Institut: "Abi-Notenrechner 2026/2027: Abiturnote berechnen für alle Bundesländer" (Bundesland-Unterschiede bei Einbringungsregeln; abgerufen 7. August 2026): profiling-institut.de
- Stiftung für Hochschulzulassung (hochschulstart.de): Quotenmodell und Termine des Vergabeverfahrens WS 2026/27 (Abiturbestenquote 30 %, AdH 60 %, ZEQ 10 %; Angebotsphase 31.07. bis 20.08.2026; abgerufen 7. August 2026): hochschulstart.de
FAQ
Häufige Fragen
Addiere deine Punkte aus Block I (Qualifikationsphase, max. 600) und Block II (Abiturprüfungen, max. 300) und setze die Summe in die KMK-Formel ein: Note = 17/3 - Gesamtpunktzahl/180. Das Ergebnis wird auf eine Dezimalstelle abgeschnitten, nicht gerundet.
Im 900-Punkte-System reichen 823 Punkte für die Durchschnittsnote 1,0, die vollen 900 Punkte sind dafür nicht nötig. Im 840-Punkte-System mit vier Prüfungskomponenten beginnt die 1,0 bei 768 Punkten.
Nein. Die Durchschnittsnote wird auf eine Dezimalstelle bestimmt und dabei abgeschnitten. Aus einem rechnerischen Wert von 1,89 wird also die Note 1,8. Rechnerische Werte unter 1,0 werden als 1,0 ausgewiesen.
Die Systeme unterscheiden sich in Block II: Bei fünf Abiturprüfungskomponenten sind dort maximal 300 Punkte möglich (Gesamtsystem 900), bei vier Komponenten maximal 240 Punkte (Gesamtsystem 840). Die Umrechnungsformel ist entsprechend angepasst, sodass dieselben Noten entstehen.
In der Abiturbestenquote lagen die Auswahlgrenzen in Humanmedizin zuletzt je nach Bundesland bei etwa 1,0 bis 1,2. Das sind rückblickende Orientierungswerte. Mit einem starken TMS sind im Auswahlverfahren der Hochschulen auch mit schwächerem Schnitt realistische Chancen möglich.
Die Umrechnungstabelle von Punkten in die Durchschnittsnote ist über die KMK-Vereinbarung bundesweit abgestimmt. Unterschiede gibt es aber bei den Einbringungsregeln, also welche und wie viele Halbjahresleistungen in Block I zählen. Maßgeblich ist die Abiturverordnung deines Bundeslandes.




