Die Zusätzliche Eignungsquote (ZEQ) ist die jüngste der drei Hauptquoten, und für viele die wichtigste. Ihr Kern ist radikal einfach: Die Abiturnote darf hier per Gesetz keine Rolle spielen. Wer über die reine Note nicht weiterkommt, findet in dieser Quote ein offenes Feld.
Das Wichtigste in Kürze
- In der Zusätzlichen Eignungsquote zählt die Abiturnote per Gesetz nicht, bewertet werden ausschließlich Kriterien wie TMS, Ausbildung, Dienste, Berufstätigkeit oder Wettbewerbe. Für Bewerber mit schwächerem Zeugnis ist sie oft der realistischste Weg.
- Die Quote vergibt 10 Prozent der Studienplätze und ersetzt seit der Reform 2020 die frühere Wartezeitquote.
- Erfolgreiche ZEQ-Profile kombinieren häufig einen starken TMS mit einer abgeschlossenen Ausbildung oder mehreren Berufsjahren.
- Die Bewerbung läuft automatisch parallel zum AdH, wobei derselbe TMS in beiden Quoten wirkt.
- An einzelnen Standorten fließen zusätzlich Interviews oder eigene Tests wie der HAM-Nat in die ZEQ-Bewertung ein.
Was zählt in der ZEQ?
Weil das Abitur ausgeschlossen ist, bleibt eine überschaubare Menge an Bausteinen: das TMS-Ergebnis, eine abgeschlossene Berufsausbildung, Dienste ab der Mindestdauer, Berufstätigkeit und anerkannte Wettbewerbe. An einzelnen Unis kommen zusätzlich Interviews oder eigene Tests wie der HAM-Nat hinzu, die die Hochschule selbst gewichtet.
Jede Hochschule kombiniert und gewichtet eigenständig; manche werten nur zwei Kriterien, andere fünf. Die Spreizung ist größer als im AdH, dasselbe Profil schwankt entsprechend stark zwischen Standorten.
Die erfolgreichen Profile in der Zusätzlichen Eignungsquote
In den Ranglisten dieser Quote dominieren wiederkehrende Kombinationen:
- Starker TMS solo, reicht an testlastigen Standorten bereits weit
- Ausbildung plus guter TMS, der Klassiker mit doppelter Punktquelle
- Ausbildung, Berufsjahre und solider TMS, maximale Kriterienbreite
- Interview-Standorte für überzeugende Persönlichkeiten mit dünner Punktelage
Ein Weg reicht
Du musst nicht in allen Quoten vorn sein, es genügt EINER. Für Profile jenseits von 1,5 ist diese Quote oft genau dieser eine Weg.
Rückwärts planen mit der Zusätzlichen Eignungsquote
Weil die Kriterien erarbeitbar sind, lässt sich diese Quote als Zielrechnung nutzen. Konkret gehst du so vor:
- Grenzwerte der Wunsch-Standorte anschauen
- Eigene Punktzahl nach denselben Kriterien ermitteln
- Lücke zwischen beiden Werten beziffern
- Entscheiden, welcher Baustein diese Lücke am schnellsten schließt
Kein anderer Teil des Verfahrens belohnt Planung so direkt. Ein gut vorbereiteter TMS plus eine Ausbildung verwandelt ein chancenloses Abitur in ein konkurrenzfähiges Profil.
ZEQ im Zusammenspiel mit AdH
Ein häufiger Denkfehler ist, diese Quote und AdH gegeneinander auszuspielen. Tatsächlich läuft deine Bewerbung automatisch in beiden, und derselbe TMS wirkt in beiden. Rechne deshalb jeden Standort getrennt für AdH und ZEQ durch; oft ist die Lücke in dieser Quote deutlich kleiner als die AdH-Lücke.
Für die Standortwahl heißt das: Achte darauf, welche Unis in der ZEQ dein stärkstes Kriterium hoch gewichten, dort entstehen die kürzesten Wege.
Über den Autor: MUDr. Andreas Zehetner ist Arzt und Mitgründer des futuredoctor-Netzwerks, zu dem auch ncrechner.de gehört. Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle Studienberatung, die genauen Kriterien und deren Gewichtung in der Zusätzlichen Eignungsquote legt ausschließlich die Satzung der jeweiligen Hochschule fest.
Quellen
- hochschulstart.de: Verfahrensdetails zum Quotenmodell des zentralen Vergabeverfahrens (Abiturbestenquote, ZEQ, AdH), Stiftung für Hochschulzulassung. https://www.hochschulstart.de/informieren-planen/verfahrensdetails
FAQ
Häufige Fragen
Richtig, in der Zusätzlichen Eignungsquote darf die Abiturnote nicht berücksichtigt werden. Es zählen ausschließlich schulnotenunabhängige Kriterien wie TMS, Ausbildung, Dienste oder Interviews.
An den meisten Standorten der TMS, oft gefolgt von der abgeschlossenen Ausbildung. Die genaue Reihenfolge legt die Satzung der jeweiligen Hochschule fest.
10 Prozent der Studienplätze. Das klingt wenig, ist aber für Bewerber mit schwächerem Abitur häufig der entscheidende Zugang, weil die Note dort keine Hürde ist.
Ja, sie läuft automatisch mit und kostet nichts extra. Für starke Abiturienten ist sie die Absicherung, für alle anderen oft der Hauptweg.




