Die Zusätzliche Eignungsquote ist die jüngste der drei Hauptquoten – und für viele die wichtigste. Ihr Kern ist radikal einfach: Die Abiturnote darf hier per Gesetz keine Rolle spielen. Wer über die reine Note nicht weiterkommt, findet in der ZEQ ein offenes Feld.
Sie ersetzt seit der Reform 2020 die alte Wartezeitquote. Statt Geduld belohnt sie nachweisbare Eignung – und genau das macht sie planbar wie kaum eine andere.
Was in der ZEQ zählt
Weil das Abitur ausgeschlossen ist, bleibt eine überschaubare Menge an Bausteinen: das TMS-Ergebnis (an vielen Standorten dominant gewichtet), eine abgeschlossene Berufsausbildung, Dienste ab der Mindestdauer, Berufstätigkeit, anerkannte Wettbewerbe – und an einzelnen Unis Interviews oder eigene Tests wie der HAM-Nat.
Jede Hochschule kombiniert und gewichtet eigenständig; manche werten nur zwei Kriterien, andere fünf. Die Spreizung ist größer als im AdH – dasselbe Profil schwankt entsprechend stark zwischen Standorten.
Die erfolgreichen ZEQ-Profile
In den ZEQ-Ranglisten dominieren wiederkehrende Kombinationen:
- Starker TMS solo – reicht an testlastigen Standorten bereits weit
- Ausbildung plus guter TMS – der Klassiker mit doppelter Punktquelle
- Ausbildung, Berufsjahre und solider TMS – maximale Kriterienbreite
- Interview-Standorte für überzeugende Persönlichkeiten mit dünner Punktelage
Rückwärts planen mit der ZEQ
Weil die Kriterien erarbeitbar sind, lässt sich die ZEQ als Zielrechnung nutzen: Grenzwerte der Wunsch-Standorte anschauen, eigene Punktzahl ermitteln, Lücke beziffern – und dann entscheiden, welcher Baustein sie am schnellsten schließt.
Kein anderer Teil des Verfahrens belohnt Planung so direkt. Ein gut vorbereiteter TMS plus eine Ausbildung verwandelt ein chancenloses Abitur in ein konkurrenzfähiges ZEQ-Profil.
ZEQ im Zusammenspiel mit AdH
Ein häufiger Denkfehler ist, ZEQ und AdH gegeneinander auszuspielen. Tatsächlich läuft deine Bewerbung automatisch in beiden – und derselbe TMS wirkt in beiden. Rechne deshalb jeden Standort getrennt für AdH und ZEQ durch; oft ist die ZEQ-Lücke deutlich kleiner als die AdH-Lücke.
Für die Standortwahl heißt das: Achte darauf, welche Unis in der ZEQ dein stärkstes Kriterium hoch gewichten – dort entstehen die kürzesten Wege.
FAQ
Häufige Fragen
Richtig – in der Zusätzlichen Eignungsquote darf die Abiturnote nicht berücksichtigt werden. Es zählen ausschließlich schulnotenunabhängige Kriterien wie TMS, Ausbildung, Dienste oder Interviews.
An den meisten Standorten der TMS, oft gefolgt von der abgeschlossenen Ausbildung. Die genaue Reihenfolge legt die Satzung der jeweiligen Hochschule fest.
10 Prozent der Studienplätze. Das klingt wenig, ist aber für Bewerber mit schwächerem Abitur häufig der entscheidende Zugang – weil die Note dort keine Hürde ist.
Ja – sie läuft automatisch mit und kostet nichts extra. Für starke Abiturienten ist sie die Absicherung, für alle anderen oft der Hauptweg.



