Die Abiturbestenquote ist der direkteste Weg ins Medizinstudium, und zugleich der exklusivste. Hier entscheidet ausschließlich das Abitur, nichts sonst. Für Spitzenabiturienten ist sie die Eintrittskarte, für alle anderen ein Grund, die übrigen 70 Prozent der Plätze ernst zu nehmen.
Dieser Artikel erklärt, wie die ABQ rechnet, warum dieselbe Note je nach Bundesland unterschiedlich viel wert ist, und wie du realistisch einschätzt, ob dieser Weg für dich offensteht.
Key Takeaways
- Die Abiturbestenquote vergibt 30 Prozent der Medizin-Studienplätze ausschließlich nach dem Abiturergebnis, ohne TMS, Ausbildung oder Dienste.
- Grenzwerte liegen je nach Bundesland und Runde meist zwischen etwa 1,0 und 1,2.
- Du konkurrierst nicht bundesweit, sondern innerhalb deines Abitur-Bundeslandes, deine Punktzahl wird in einen landesbezogenen Prozentrang übersetzt.
- Auch in der ABQ gibt es keinen festen NC: Der veröffentlichte Grenzwert ist der Rückblick auf den letzten Zugelassenen einer Runde.
- Eine gesonderte Bewerbung ist nicht nötig, die Bewerbung über hochschulstart läuft automatisch in allen Quoten, auch der ABQ.
Das Prinzip: nur die Note zählt
In der Abiturbestenquote werden 30 Prozent der Studienplätze allein nach dem Abiturergebnis vergeben. Weder TMS noch Ausbildung, Dienste oder Auswahlgespräche spielen eine Rolle, gerechnet wird ausschließlich mit deiner Abiturpunktzahl. Das macht die Quote zur simpelsten und zugleich härtesten des ganzen Verfahrens.
Weil so viele Bewerber mit Spitzenabituren um diese 30 Prozent konkurrieren, liegen die Grenzwerte hoch, je nach Bundesland und Runde meist im Bereich von etwa 1,0 bis 1,2. Wer darüber liegt, hat in der ABQ realistische Chancen; wer darunter bleibt, findet seinen Weg zuverlässiger in AdH und ZEQ.
Warum entscheidet das Bundesland über die Abiturbestenquote?
Ein Detail überrascht viele: In der ABQ konkurrierst du zunächst nicht bundesweit, sondern innerhalb deines eigenen Abitur-Bundeslandes. Für jedes Land wird eine eigene Rangliste gebildet, und deine Punktzahl wird in einen Prozentrang übersetzt, deine relative Position im Landesjahrgang.
Der Grund ist Fairness: Weil Bundesländer unterschiedlich streng benoten, würde ein reiner Punktvergleich Bewerber aus strengen Ländern benachteiligen. Die Folge für dich: Dieselbe Punktzahl kann in Land A ein besserer Prozentrang sein als in Land B, deshalb braucht jede seriöse ABQ-Einschätzung dein Bundesland als Eingabe.
Punktzahl statt Note bereithalten
Die ABQ rechnet mit deiner exakten Abiturpunktzahl, nicht mit der gerundeten Durchschnittsnote. Innerhalb einer 1,2 liegen Punktspannen, die über Ränge entscheiden.
Grenzwerte lesen und einordnen
Auch in der ABQ gibt es keinen festen NC: Der veröffentlichte Grenzwert ist der Prozentrang bzw. die Punktzahl des letzten Zugelassenen einer Runde, ein Rückblick, kein Eintrittslimit. Weil die Werte je Land und Semester schwanken, lohnt der Blick über mehrere Runden statt auf ein Einzeljahr.
Wichtig für dein Erwartungsmanagement: Selbst mit 1,0 ist in besonders nachgefragten Bundesländern nicht jeder ABQ-Platz garantiert, die Prozentränge sind hart umkämpft. Genau deshalb läuft deine Bewerbung parallel automatisch in den anderen Quoten weiter.
Für wen lohnt sich die Abiturbestenquote?
Die ABQ ist dein Hauptweg, wenn dein Abitur im Bereich um 1,0 bis 1,2 liegt und dein Bundesland keinen zu strengen Prozentrang verlangt. Für alle anderen ist sie eine willkommene Zusatzchance, die automatisch mitläuft, aber nicht der Pfad, auf den man sein Bewerbungsjahr baut.
Praktischer Rat: Verliere über der ABQ nicht die 70 Prozent der Plätze in AdH und ZEQ aus dem Blick. Selbst starke Abiturienten sichern sich mit einem guten TMS zusätzliche Wege ab, falls der Prozentrang im eigenen Land knapp nicht reicht.
Quellen
- hochschulstart.de (Stiftung für Hochschulzulassung): Informationen zur Abiturbestenquote im DoSV-Verfahren. https://www.hochschulstart.de/
FAQ
Häufige Fragen
30 Prozent der Plätze je Studienort. Sie werden ausschließlich nach dem Abiturergebnis vergeben, ohne Berücksichtigung von Tests, Ausbildung oder Diensten.
Nicht zwingend, aber fast: Die Grenzwerte liegen je nach Bundesland und Runde meist zwischen etwa 1,0 und 1,2. Mit schwächerem Abitur führen AdH und ZEQ zuverlässiger zum Ziel.
Weil die Quote landesbezogene Prozentränge nutzt, um unterschiedlich strenge Benotung auszugleichen. Dieselbe Punktzahl ergibt je nach Land einen anderen Rang.
Nein, deine Bewerbung über hochschulstart nimmt automatisch an allen Quoten teil. Du kannst die ABQ also nutzen, ohne etwas Zusätzliches zu tun.
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Über den Autor: MUDr. Andreas Zehetner ist Arzt und Mitgründer des futuredoctor-Netzwerks, zu dem auch ncrechner.de gehört.




