Am Ende des Antrags wartet die Frage mit der größten strategischen Fallhöhe: In welcher Reihenfolge priorisierst du deine Studienorte? Viele füllen die Liste nach Bauchgefühl – und wundern sich über vermeidbare Ergebnisse.
Denn die Prioritätenliste steuert nicht nur, welches Angebot du bekommst: An manchen Standorten beeinflusst sie sogar deine Auswahlpunkte.
Wie die Priorisierung technisch wirkt
Im DoSV ordnest du deine Studienwünsche – für Medizin bis zu zwölf – in eine feste Rangfolge. In der Koordinierungsphase gilt dann: Sobald ein Angebot deiner höchsten erreichbaren Priorität vorliegt, ersetzt es automatisch alle niedrigeren Optionen.
Deine Reihenfolge ist also keine Sympathiebekundung, sondern eine Handlungsanweisung an das System. Platz 1 sollte der Ort sein, den du bei mehreren Zusagen tatsächlich wählen würdest.
Wo die Präferenz selbst Punkte bringt
Einige Hochschulen berücksichtigen die Ortspräferenz zusätzlich als Auswahlkriterium: Sie vergeben Punkte nur an Bewerber, die sie hoch priorisiert haben – oder werten hohe Priorität mit Bonuspunkten. Die Logik dahinter: Man will Studierende, die wirklich kommen.
Prüfe deshalb für jede Wunsch-Uni, ob und wie sie die Präferenz wertet. Ein unbedachter Listenplatz kann an solchen Standorten mehr kosten als ein Zehntel Abiturnote.
So baust du deine Liste
Eine robuste Prioritätenliste folgt einer einfachen Dramaturgie:
- Oben: 2–3 Standorte, die du liebst UND bei denen deine Werte realistisch reichen
- Mitte: Unis mit bester Kriterien-Passung zu deinem Profil – hier liegt deine eigentliche Chance
- Unten: sichere Optionen, an denen deine Werte zuletzt klar gereicht hätten
- Gar nicht: Orte, an die du im Ernstfall nicht ziehen würdest – sie blockieren nur
Fazit: Die Liste ist Teil der Bewerbung
Behandle die Priorisierung mit derselben Sorgfalt wie TMS oder Zeugnisse: Sie entscheidet mit, welches Angebot dich erreicht – und an Präferenz-wertenden Standorten sogar über deine Punktzahl. Rechne vorab durch, wo deine Werte stehen, und baue die Liste um diese Realität herum, nicht um Wunschträume.
FAQ
Häufige Fragen
Im zentralen Verfahren kannst du für Medizin bis zu zwölf Studienwünsche priorisieren. Nutze die Plätze strategisch – jede Position sollte eine bewusste Entscheidung sein.
Innerhalb der dafür vorgesehenen Phase ist eine Umsortierung im DoSV möglich; mit Beginn bestimmter Verfahrensschritte wird die Liste fixiert. Die aktuellen Stichtage nennt hochschulstart.
Die Zulassungschance selbst hängt von deinen Punkten ab – aber Standorte, die die Ortspräferenz werten, vergeben dort teils nur bei hoher Priorität Punkte. Genau deshalb gehört die Wertungspraxis jeder Wunsch-Uni in deine Planung.



