Wer sich auf TMS und HAM-Nat konzentriert, hat die wichtigsten Tests im Blick – aber nicht unbedingt alle. Je nach Standort und Weg können weitere Auswahlinstrumente ins Spiel kommen: eigene Tests, Auswahlgespräche oder länderspezifische Verfahren.
Dieser Überblick sortiert die weiteren Testformate, damit du für deine Ziel-Standorte keinen relevanten Baustein übersiehst.
Die Familien der Auswahltests
Grob lassen sich vier Typen unterscheiden: fähigkeitsbasierte Tests (wie der TMS), wissensbasierte Tests (wie der HAM-Nat), verhaltensbasierte Tests (Situational Judgement) und praktische Eignungsprüfungen (etwa manuelle Tests in der Zahnmedizin). Dazu kommen strukturierte Auswahlgespräche einzelner Fakultäten.
Für die Auslandsbewerbung existieren wiederum eigene Aufnahmetests – der österreichische MedAT etwa oder fachliche Eingangsprüfungen an Universitäten in Mittel- und Osteuropa.
| Testtyp | Beispiel | Was geprüft wird |
|---|---|---|
| Fähigkeitstest | TMS | Kognitive Fähigkeiten |
| Wissenstest | HAM-Nat | Naturwissenschaftliches Fachwissen |
| Verhaltenstest | HAM-SJT | Soziale Urteilskompetenz |
| Praktische Prüfung | manuelle Eignung | Feinmotorik (Zahnmedizin) |
Auswahlgespräche und Interviews
Neben Tests setzen einige staatliche Standorte auf strukturierte Auswahlgespräche – etwa in Dresden, Greifswald oder am MedizinCampus Niederbayern. Private Hochschulen bauen ihre gesamte Auswahl häufig um persönliche Verfahren herum.
Diese Gespräche prüfen Motivation, Reflexionsfähigkeit und den Umgang mit ethischen Situationen. Sie sind eine Chance für Bewerber, deren Stärke jenseits der reinen Punktzahl liegt.
So behältst du den Überblick
Der einzige verlässliche Weg: Prüfe für jede Wunsch-Uni einzeln, welche Tests und Verfahren sie wertet – über ihre Auswahlsatzung und die Seiten der Testanbieter. Pauschale „Medizin-NC“-Listen führen hier regelmäßig in die Irre.
Ein Zulassungsrechner mit gepflegten Satzungsdaten nimmt dir diese Recherche ab: Er zeigt standortweise, welche Kriterien und Tests zählen – und gleicht dein Profil direkt damit ab.
Welcher Test zuerst?
Für die meisten Bewerber bleibt der TMS die erste Wahl, weil er die meisten Standorte öffnet. Weitere Tests lohnen gezielt, wenn ein konkreter Wunschstandort sie verlangt – der HAM-Nat für Hamburg/Magdeburg, ein manueller Test für bestimmte Zahnmedizin-Standorte, der MedAT für Österreich.
Die Reihenfolge lautet also: Ziel-Standorte klären, deren Testanforderungen sammeln, dann nach Aufwand-Nutzen priorisieren. Alles andere ist verschwendete Vorbereitungszeit.
FAQ
Häufige Fragen
Für die große Mehrheit ja – aber nicht überall. Standorte wie Hamburg und Magdeburg setzen auf den HAM-Nat, einzelne Zahnmedizin-Standorte auf manuelle Tests. Prüfe deine Ziel-Unis einzeln.
Nur, wenn deine Wunsch-Standorte unterschiedliche Tests verlangen. Für regionale Flexibilität kann das sinnvoll sein, kostet aber doppelte Vorbereitungszeit.
Über die Auswahlsatzung jeder Hochschule und die Seiten der Testanbieter. Ein aktuell gepflegter Zulassungsrechner bündelt diese Angaben standortweise.
Das variiert je Standort und Quote. An Interview-Standorten können sie den Ausschlag geben – besonders in der ZEQ, wo die Abiturnote ohnehin nicht zählt.



