Beim Zusammenstellen der Auswahlkriterien übersehen viele eine Zeile im Katalog mancher Hochschulen: den Bonus für erfolgreiche Wettbewerbe wie Jugend forscht. Wer in der Schulzeit bei solchen Wettbewerben vorn dabei war, sollte diese Punkte nicht liegen lassen.
Dieser Artikel zeigt, welche Wettbewerbe typischerweise zählen, welche Erfolgsstufe verlangt wird und wie du deinen Erfolg geltend machst.
Key Takeaways
- Anerkannt werden meist bundesweit etablierte Schülerwettbewerbe mit Leistungsbezug wie Jugend forscht, die Wissenschafts-Olympiaden oder der Bundeswettbewerb Mathematik.
- Der Wettbewerb muss auf der Liste der jeweiligen Hochschule stehen, und meist zählt erst eine bestimmte Erfolgsstufe, etwa Landes- oder Bundesrunde; bloße Teilnahme reicht in der Regel nicht.
- Ältere Erfolge verfallen nicht: Die meisten Regelungen kennen kein Verfallsdatum für Wettbewerbsurkunden aus der Schulzeit.
- Sportliche oder musische Wettbewerbe zählen für die Medizin-Auswahl meist nicht, die Listen fokussieren auf naturwissenschaftlich-akademische Formate.
- Wettbewerbspunkte entscheiden selten allein, können aber in knappen Ranglisten den Ausschlag geben.
Für wen? Für Bewerber mit Erfolgen bei Jugend forscht, Wissenschafts-Olympiaden oder ähnlichen Wettbewerben, die prüfen wollen, ob sich diese Punkte im Auswahlverfahren geltend machen lassen.
Welche Wettbewerbe zählen
Anerkannt werden meist bundesweit etablierte Schülerwettbewerbe mit Leistungsbezug, klassischerweise etwa Jugend forscht, die Wissenschafts-Olympiaden in Biologie, Chemie, Physik und Mathematik oder der Bundeswettbewerb Mathematik.
Entscheidend ist doppelt: Der Wettbewerb muss auf der Liste der jeweiligen Hochschule stehen, und häufig zählt erst eine bestimmte Erfolgsstufe, etwa das Erreichen einer Landes- oder Bundesrunde oder eine vordere Platzierung. Bloße Teilnahme reicht meist nicht.
Wie machst du einen Wettbewerbserfolg im Auswahlverfahren geltend?
Die Zusatzpunkte für Wettbewerbe wie Jugend forscht gibt es nur mit sauberem Nachweis: Urkunde aus der Schulzeit heraussuchen, Erfolgsstufe klar belegen, prüfen ob die jeweilige Ziel-Uni den Wettbewerb überhaupt anerkennt, und den Erfolg im Antrag unter dem richtigen Kriterium eintragen, nicht als bloßen Anhang verstecken.
So gehst du dabei konkret vor:
- Urkunden aus der Schulzeit heraussuchen und digitalisieren (auch bei Team-Erfolgen mit deinem Namen)
- Erfolgsstufe klar belegen (Runde, Platzierung), nicht nur "teilgenommen"
- Für jede Ziel-Uni prüfen, ob der Wettbewerb auf ihrer Liste steht
- Den Erfolg im Antrag unter dem richtigen Kriterium eintragen, nicht als Anhang verstecken
Auch ältere Erfolge bleiben in der Regel gültig, ein Verfallsdatum kennen die meisten Regelungen nicht.
Bonus für Vorhandenes Anders als TMS oder Dienst lässt sich dieses Kriterium nach dem Abitur kaum nacherwerben. Es ist ein Bonus für bereits Geleistetes, nimm ihn mit, wo er existiert, aber baue die Strategie um die großen Hebel. Wettbewerbspunkte wirken vor allem im Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH), das bundesweit 60 Prozent der Medizin-Studienplätze vergibt.
Ehrliche Einordnung
Wettbewerbspunkte sind meist ein kleiner, aber feiner Baustein: Sie entscheiden selten allein, kippen aber knappe Ranglisten, und genau dort spielen sich Zulassungen ab. Ein Profil mit TMS, Dienst UND einem Olympiade-Erfolg sammelt an kriterienfreundlichen Standorten spürbar mehr Punkte als die Konkurrenz mit identischem Abitur.
Behandle Wettbewerbe deshalb als Extrapunkte, die du keinesfalls verschenken solltest, aber plane dein Bewerbungsjahr nicht um sie herum.
Über den Autor: MUDr. Andreas Zehetner ist Arzt und Mitgründer des futuredoctor-Netzwerks, zu dem auch ncrechner.de gehört.
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Quellen
- hochschulstart.de: Quotenmodell des zentralen Vergabeverfahrens (Abiturbestenquote, AdH, ZEQ). https://www.hochschulstart.de/informieren-planen/verfahrensdetails
FAQ
Häufige Fragen
In der Regel ja, ein Verfallsdatum kennen die meisten Regelungen nicht. Entscheidend sind die Anerkennung des Wettbewerbs und die nachgewiesene Erfolgsstufe.
Meist nicht: Gefordert ist üblicherweise ein Erfolg ab einer definierten Stufe, etwa Landes- oder Bundesrunde. Die genaue Schwelle steht im Kriterienkatalog der Hochschule.
Für die Medizin-Auswahl meist nein, die Listen fokussieren auf naturwissenschaftlich-akademische Formate. Der Blick in die konkrete Auswahlsatzung schafft Gewissheit.
Unter dem entsprechenden Kriterium im Antragssystem, mit Nachweis. Achte darauf, die Erfolgsstufe eindeutig zu belegen, damit die Punkte gewertet werden.




