Wer eine medizinnahe Ausbildung abgeschlossen hat oder im Gesundheitswesen arbeitet, bringt eines der stärksten erarbeitbaren Kriterien mit – besonders in der Zusätzlichen Eignungsquote. Beruf und Ausbildung sind dort oft der Schlüssel für Bewerber ohne Spitzenabitur.
Dieser Artikel zeigt, welche Berufe anerkannt werden, wie du sie nachweist und wie du die investierte Zeit strategisch mit dem TMS kombinierst.
Die Ausbildung als Punktebringer
Eine abgeschlossene, als einschlägig anerkannte Berufsausbildung wird an den meisten Standorten in AdH und ZEQ bepunktet. Klassiker sind Pflegefachkraft, Notfallsanitäter:in, Medizinische:r Fachangestellte:r (MFA) oder MTA-Berufe.
Der Aufwand von zwei bis drei Jahren zahlt sich doppelt aus: bessere Zulassungschancen plus ein vollwertiger Berufsabschluss als Sicherheitsnetz. Falls das Studium länger auf sich warten lässt, arbeitest und verdienst du im Gesundheitswesen, statt nur zu überbrücken.
Berufstätigkeit als eigenes Kriterium
Weniger bekannt: An vielen Standorten zählt auch die Berufstätigkeit im erlernten Beruf nach der Ausbildung – als separates Kriterium mit eigener Punktzahl. Gewertet wird meist ab einer Mindestdauer, teils gestaffelt nach Beschäftigungsdauer und -umfang.
Wer ohnehin nach der Ausbildung arbeitet, sollte prüfen, ob die Ziel-Unis diese Zeit werten – und gegebenenfalls eine volle Mindestdauer erreichen, bevor er sich bewirbt.
Nachweise sauber führen
Punkte gibt es nur mit formgerechtem Nachweis. Für die Ausbildung brauchst du das Abschlusszeugnis bzw. die Urkunde; für die Berufstätigkeit Arbeitgeberbescheinigungen mit exakten Zeiträumen und Stellenumfang. Die Berufsbezeichnung muss zur anerkannten Ausbildung passen.
Wichtig ist der Stichtag: Gewertet wird, was bis dahin abgeschlossen bzw. nachgewiesen ist. Eine Ausbildung, die zwei Wochen nach Frist endet, zählt für diese Runde nicht.
Timing und Strategie
Plane rückwärts: Ausbildungsende und Bewerbungsfrist sollten zusammenpassen, sonst droht ein Leerjahr. Viele bewerben sich bereits im letzten Ausbildungsjahr für das Semester nach dem Abschluss.
Ob sich der lange Ausbildungsweg lohnt, ist eine Rechenfrage: Wie viele Punkte fehlen dir an deinen Wunsch-Standorten, und in welcher Quote? Wenn ein Dienst plus TMS reicht, ist die Ausbildung ein Umweg. Bei größeren Lücken schlägt sie fast jeden anderen Baustein.
FAQ
Häufige Fragen
In der Regel abgeschlossene, medizinnahe Berufsausbildungen wie Pflegefachkraft, Notfallsanitäter:in, MFA oder MTA. Die genaue Liste unterscheidet sich je Hochschule.
An vielen Standorten ja, als separates Kriterium mit eigener Punktzahl. Ob und wie, steht im Kriterienkatalog der jeweiligen Uni.
Meist zählt der anerkannte Abschluss als solcher, nicht die Note. Entscheidend ist, dass der Beruf auf der Anerkennungsliste deiner Ziel-Hochschulen steht.
Das ist eine Rechenfrage. Bei großen Punktelücken ist sie oft der stärkste Hebel und liefert zugleich ein Sicherheitsnetz. Bei kleinen Lücken sind TMS und Dienst schneller.



