Die Medizinertests sind kein statisches System: Formate werden angepasst, ergänzt und regional unterschiedlich eingesetzt. Neben dem etablierten TMS diskutieren und erproben Standorte immer wieder Varianten, teils mit stärkerem naturwissenschaftlichem Anteil, etwa unter dem Namen TMS-Nat.
Das Wichtigste in Kürze
- Neben dem klassischen TMS setzen einzelne Standorte wie Hamburg und Magdeburg auf naturwissenschaftlich geprägte Testformate wie den HAM-Nat.
- Kognitive Tests wie der TMS verlangen Aufgabentraining, wissensbasierte Formate verlangen Stoff-Lernen nach veröffentlichtem Themenkatalog.
- Wegen der Hochschulautonomie können Fakultäten ihre Auswahlinstrumente jederzeit anpassen, verlässlich sind nur offizielle Auswahlsatzungen und Angaben der Testanbieter, nicht Forenberichte.
- Wer regional flexibel bleiben will, kann mehrere Tests kombinieren, etwa TMS und HAM-Nat, das verdoppelt aber den Vorbereitungsaufwand.
- Übergangsregelungen bei Testneuerungen geben Bewerbern in der Regel Zeit zur Umstellung.
Für wen? Für Bewerber, die verunsichert sind, ob neue oder angepasste Testformate ihre laufende TMS-Vorbereitung entwerten, und wissen wollen, wie sie sachlich damit umgehen.
Für Bewerber ist das eher Chance als Bedrohung, vorausgesetzt, man versteht das Prinzip hinter den Tests, statt jeder Schlagzeile hinterherzulaufen. Dieser Artikel ordnet die Entwicklung ein.
Was ist TMS-Nat und wie verändert sich die Testlandschaft?
TMS-Nat ist die Bezeichnung für Testvarianten, die den klassischen TMS um einen naturwissenschaftlichen Anteil erweitern. Der klassische TMS misst vor allem kognitive Fähigkeiten. Parallel gibt es an einzelnen Standorten Tests mit deutlichem Fachwissensanteil, etwa den HAM-Nat in Hamburg und Magdeburg. Die Grenze zwischen "Fähigkeitstest" und "Wissenstest" ist also nicht überall gleich gezogen.
Weil die Hochschulautonomie groß ist, können Fakultäten ihre Auswahlinstrumente anpassen. Neue oder erweiterte Formate mit stärkerem naturwissenschaftlichem Fokus wie TMS-Nat sind deshalb regelmäßig im Gespräch. Was am Ende wo gilt, steht immer in den aktuellen Auswahlsatzungen der Hochschulen, die sich auf den Staatsvertrag über die Hochschulzulassung (KMK) stützen.
Immer die Originalquelle prüfen: Rund um Testneuerungen kursieren viele Halbwahrheiten. Verlässlich sind nur die offiziellen Angaben der Testanbieter und die Auswahlsatzungen der Hochschulen, nicht Forenberichte.
Kognitive Tests vs. Wissenstests vorbereiten
Der Unterschied ist grundlegend: Für kognitive Tests wie den TMS trainierst du Aufgabentypen und Strategien. Für wissensbasierte Formate lernst du Stoff nach Themenkatalog, planbar wie eine Klausur, aber unbarmherzig bei Lücken.
Wer flexibel bleiben will, baut zuerst eine solide naturwissenschaftliche Grundlage (Bio, Chemie, Physik auf gehobenem Schulniveau) und ergänzt das TMS-typische Fähigkeitstraining. Diese Kombination deckt beide Testphilosophien ab.
Ruhig bleiben bei Neuerungen
Testneuerungen lösen oft Nervosität aus, meist unbegründet. Grundprinzipien ändern sich selten sprunghaft, und Übergangsregelungen geben Bewerbern Zeit zur Umstellung. Wichtiger als das Verfolgen jeder Ankündigung ist, deine Ziel-Standorte und deren aktuell gültige Verfahren zu kennen.
So gehst du bei einer Testneuerung konkret vor:
- Auswahlsatzung deiner Zielhochschule prüfen, dort steht, welcher Test aktuell zählt
- Aktuelle Angaben des jeweiligen Testanbieters lesen, nicht auf Forenberichte verlassen
- Zulassungsrechner mit gepflegten Satzungsdaten nutzen, um die Wertung an deinen Wunsch-Unis zu sehen
- Bei Unsicherheit die laufende Vorbereitung nicht überstürzt umstellen, bis die Sachlage klar ist
Rechne deshalb konkret: Welche Tests werten deine Wunsch-Unis wirklich, und wie stark? Der NC-Rechner mit gepflegten Satzungsdaten zeigt dir das, und filtert das Rauschen aus Ankündigungen und Gerüchten heraus.
Mehrere Tests kombinieren
Wer regional flexibel sein will, kann mehrere Tests schreiben, etwa TMS und HAM-Nat. Das deckt die Standort-Landkarte breit ab, kostet aber doppelte Vorbereitungszeit und verlangt einen disziplinierten Zeitplan.
Für die meisten reicht ein gut vorbereiteter TMS plus kluge Ortswahl. Ein zweiter Test lohnt vor allem, wenn ein konkreter Wunschstandort ein anderes Format verlangt.
Quellen
- Kultusministerkonferenz (KMK): "Hochschulzugang und Hochschulzulassung". https://www.kmk.org/themen/hochschulen/hochschulzugang-und-hochschulzulassung.html
- ncrechner.de: "TMS-Nat & Co.: Wie sich die Medizinertests weiterentwickeln", Stand 09.07.2026. https://www.ncrechner.de/ratgeber/zulassung/tms-nat-neuer-medizinertest/
FAQ
Häufige Fragen
Nein, die Testlandschaft ist dezentral. Neben dem TMS existieren standortspezifische Formate wie der HAM-Nat, und Fakultäten können ihre Verfahren anpassen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Auswahlsatzungen.
Eine solide Grundlage in Bio, Chemie und Physik schadet nie, sie hilft bei wissensbasierten Formaten und beim naturwissenschaftlichen TMS-Untertest. Für den klassischen TMS bleibt aber das Fähigkeitstraining zentral.
Aus der Auswahlsatzung der Hochschule und den Seiten der Testanbieter. Ein aktuell gepflegter Zulassungsrechner bündelt diese Informationen standortweise.
In der Regel nicht: Grundfähigkeiten und naturwissenschaftliche Grundlagen bleiben relevant, und Übergangsregelungen geben Zeit. Panik ist der schlechteste Ratgeber bei Teständerungen.
Über den Autor: MUDr. Andreas Zehetner ist Arzt und Mitgründer des futuredoctor-Netzwerks, zu dem auch ncrechner.de gehört.




